„Leider gibt es keine schonende Art den Tod eines Menschen weiterzugeben, was ich in diesem Falle leider tun muss … Einer der unsrigen, der Mensch und Autor, Herr Jens-Uwe Voss ist Anfang letzter Woche verstorben.“

Als ich im Februar 2014 das erste Mal von Jens-Uwe Voss, aus dem Wunsch heraus sein Kinderbuch „Schmuddel’s Abenteuer“ bei uns im Verlag zu veröffentlichen, kontaktiert wurde, schien gleich klar, dass dies eine besondere, sehr persönliche Begegnung werden würde. Denn trotz der Tatsache, dass wir gerade erst Bekanntschaft miteinander machten, und dazu eher in den Rollen als Herausgeber und Autor, schilderte er mir sein Schicksal sehr offen und erzählte von seiner Krankheit, die ich hier aus Gründen der Privatsphäre nicht nennen möchte.

Nur eines sei gesagt:

Von Anfang an spielte die verbleibende Lebenszeit eine bedeutsame Rolle in dieser Zusammenarbeit, ja man kann sagen, dass sich selbstverständlich alles darum drehte. Aber das Herr Voss so wenig Zeit nach unserem ersten Kontakt bleiben würde, hätte ich niemals für möglich gehalten.

Nach mehreren Nachrichten und einem Telefonat zwischen uns, wurde schnell deutlich, dass wir einen guten Draht zueinander hatten und eine Zusammenarbeit für die Realisation seines Buches machbar war. Diese persönliche Beziehung schien wie ein roter Faden, der die gesamte Zeit der Arbeit am Manuskript, den Illustrationen und der Fertigstellung des Buches durchzog.

Es ging niemals nur um das Buch, sondern immer auch um private Dinge des Alltags, seiner Krankheit und seines Lebens. Und trotz der schweren Krankheit, schien Herr Voss unerschütterlich, war immer zu Scherzen aufgelegt, hoffnungsvoll, kompromissbereit, offen und zu Recht fordernd, voller Tatendrang und Energie – was sicherlich zum Einen an seinen Erfahrungen und dem daraus resultierenden starken, zähen Willen, als Sportler und Biker lag, gewiss jedoch auch aus seiner Angst, den Schmerzen und der ungewissen Zukunft herrührte.

Das Buchveröffentlichung haben wir gemeinsam, nach einem intensiven und langen Schöpfungsprozess, vollbracht und seine Freude, sowie die seiner Familie, darüber war unbeschreiblich! Und gleichzeitig zeigte sich seine Güte und wieder seine Kraft, als er uns half, die ersten und sehr zahlreichen Buchbestellungen zu übernehmen.

Noch während der Arbeit an „Schmuddel’s Abenteuern“, hatten wir über zwei weitere Bücher – eins über seine geliebte Insel Rügen und ein Sachbuch, gesprochen, wobei ich mir sicher bin, dass im Geheimen sogar noch mehr Werke geplant waren.

Die Gespräche für das nächste Buch „Das Geheimnis der roten Kreide“ begannen langsam, im Dezember 2014, glaube ich. Anfang des Jahres wurde dann die Verwirklichung beschlossen und die Arbeit bereits in kleinen Schritten aufgenommen.

Dann wieder eine plötzliche Wende in seinem Leben, einer anderen Diagnose der eigentlichen, zusammen mit einer neuen Hiobsbotschaft, einer seltenen Krankheit, die ihm erneut viele Schmerzen und ein ebenfalls schweres Schicksal bereitete.

Doch erneut wich Herr Voss nicht zurück, hielt inne und überlegte neu was nun zu tun sei.

Ein Umzug nach Schweden, ein Land welches er sehr liebte, der aber eigentlich später geplant war, wurde vorgezogen, um in der Nähe einer speziellen Forschungseinrichtung zu sein.

Die Arbeit am Buch wurde für einen Augenblick pausiert, während er zusammen mit seiner Lebensgefährtin den Umzug vorbereitete und teilweise schon vornahm.

Als ich das letzte Mal von ihm hörte, erzählte er mir davon und wir sprachen von seinem neuen Buch, an dem er „mit so viel Freude und Elan gearbeitet hatte“ und es gab ihm viel Kraft. Außerdem lag ihm viel an dieser Geschichte, da es um seine Heimat Rügen ging.“

Dann erreichte uns die traurige Nachricht…

Aber auch diese ging einher, mit dem tiefen Wunsch seine Projekte zu bewahren, weiter voran zu treiben und auch zu verwirklichen. Viel zu früh von uns gegangen, bleiben sein Elan und seine Kraft doch erhalten, strahlen auf seine Mitmenschen, wie auch uns, über.

„Herr Voss war ein wichtiger Mensch in unserer Arbeit und mehr, auch unseres Lebens – er ist nicht vergessen und werden uns darum kümmern seine Texte und sein Andenken zu erhalten. Er bleibt uns ihn in guter Erinnerung, wir hätten ihn gerne noch einmal gesprochen und direkt mit ihm zusammengearbeitet. Er wird uns sehr fehlen!“

Der Weg geht weiter… Herr Voss ist in ein anderes Dasein, eine höhere Existenz übergegangen – daran glaube ich fest. Dies ist nicht das Ende! Aber wir werden ihn hier natürlich sehr vermissen, uns immer an ihn als Mensch erinnern, sein Werk und Andenken bewahren.

Der Spurenkreis Verlag / die Spurenpresse trauert um Jens-Uwe Voss…

In stillem Gedenken,

Manuela Rehahn, Ronny Rehahn, Autoren/innen & Mitarbeiter…

Im Mai 2015.