Zur Seite schauen

Aus Interesse, Unachtsamkeit oder gar im Schlafe, folgte mein Blick den Spuren derer, die um mich herum existieren. Doch was ich sah, erweckte tiefe Zweifel in mir, erschreckte und erfüllte mich mit Neid, denn ich erblickte manches, das mir selbst fehlte oder ich mir sehnlichst wünschte.
Und Gefühle der Leere und Nutzlosigkeit, drohten mich zu ersticken, mit dem Rücken zur Wand, die eigene Existenz zunichte machend.

„Blicke nicht zur Seite, sondern halte Deine Augen direkt auf dem Pfad der vor Dir liegt, denn dies ist der Eine, der einzige Weg, dem Du folgen kannst, denn er nimmt seinen Ursprung aus Deinen Schöpfungen, Deinem Geiste und Deinem Dasein selbst.
Er mag hart und beschwerlich sein, noch ohne bedeutsame Wegsteine, doch erinnere Dich an das Gleichnis, von dem ein Engel Dir einst erzählte.
Das Dasein eines jeden Menschen, ist wie ein Gefäß, unterschiedlich in Form, Beschaffenheit und der Weise seiner Befüllung.
Auch Deines ist von eigener Art – es wird Zeit dauern, bis es wirklich gefüllt sein kann, und auch der Zeitpunkt, da dies vollbracht sein wird, ist völlig ungewiss. Das bedeutet jedoch nicht, dass Du allein bist, Dir stehen ja Menschen mit Rat und Tat zur Seite, bis zur Vollendung deines Pfades und der Offenbarung des Verborgenen.
Deine Augen auf dem Weg, dein Geist in der Aufgabe, deine Hände bei Deinem Handwerk, deine Schritte der Schöpfung folgend, die Steine setzend, deinen Pfad zu beschreiten und zu befestigen.
Zur Seite schauen, musst Du nicht, denn vor Dir liegt, dein eigener Pfad!“

Und ich erholte mich von den Schmerzen der Verzweiflung, Unterschlupf suchend für den Augenblick, bevor ich weiterzog, zu dem was vor mir lag.