Inne halten – Der Künstler und sein Publikum – Der Mensch und die Gründe seines Tuns

Kategorien Gedanken, Journal, Kunst, Spuren

Auf dem Weg eines Kunstschaffenden wird von Etablierten immer wieder betont, dass ein Künstler bzw. Autor sein Publikum kennen muss. Man kann darüber streiten, finde ich, ob dies wirklich so sein sollte, weil der Ausdruck nicht nur aus einem Grund entsteht, sondern einfach notwendig ist.
Vielerlei Kunst würde keinen Sinn machen, weil es gar kein Publikum gibt oder  sich erst finden muss. Mehr darüber wurde bereits an anderer Stelle geschrieben.
Hier möchte ich eher darüber sprechen, auch wenn ich damit das oben gesagte ein wenig negiere, was unser Publikum (des Spurenkreises) sein könnte, denn darüber habe ich dieser Tage ein wenig nachgedacht.
Im Spurenkreis geht es einmal um Spurensuche und den -Ausdruck, welcher zu einem Innehalten führen bzw. dabei helfen soll diesen zu finden, was auf unterschiedliche Weise geschehen kann.
Der Alltag ist hektisch und schnelllebig, es bleibt oft kaum Zeit für Augenblicke der Ruhe. Dies kann in Gedanken erfolgen oder dem Blick zur Seite, dem Hören von Musik oder Klängen, dem Zurücklehnen etc.
Darum geht es hier, obwohl mir bewusst ist, dies ist sicher einer der Gründe für die Existenz von Kunst an sich – aber es fühlt sich für einen Moment gut an, mir selbst noch einmal klar darüber zu werden.


Nun, trachtet natürlich nicht jeder Mensch nach Kunst oder dessen Ausdruck, aber ich glaube jede Art von Arbeit beginnt auch mit dem eigenen Grund, der sich dann weiter zu anderen Gründen entwickelt. Die eigene Zufriedenheit darüber was man tut, führt zu einem reicheren Verständnis, an dem auch andere Menschen teilhaben können – ein Geben, Nehmen bzw. Erhalten. Wir sind im Grunde ja häufig nur in der Lage in der Weise zu agieren, die uns gegeben ist, was wir am ehesten umsetzen, wie und wo wir uns einbringen können.
In vielen Bereichen liegt der Sinn deutlicher in der Sache selbst begründet, als bei anderen Dingen, doch beginnt es immer mit einem Selbst.
Heisst es nicht auch:
»Hilf Dir selbst zuerst, bevor Du anderen Helfen kannst?«
Oder anders gesagt:
»Finde in Dir selbst Zufriedenheit und Akzeptanz, Liebe und achte Dich, so wirst du es auch in anderen erwecken können.«


Findet man Klarheit darüber, warum man sich diesem oder jenem Weg widmet, so weiß man auch, wie, warum und wofür man auf diesem voranschreiten kann.
Wie jedoch soll dies geschehen, wenn man durch sein Leben hetzt, von einem Termin zum anderen, so dass die Tage und Wochen verschwimmen, Zeit und die Menschen um uns herum bedeutungslos oder zu Randfiguren werden?!
Meditation, Gebet, die Natur etc. oder eben die Kunst in ihren vielfältigen Farben und Formen können dabei helfen.
Und dies kann nur mit dem Innehalten beginnen.
 

R. Rehahn
Autor, Künstler & Herausgeber...