Von der Isolation in der Schöpfung und Erscheinung

Dies mag nur der traurige Versuch zu sein die gegenwärtige Verzweiflung und den verloren Glauben an mich selbst zu erklären und zu balancieren, doch vielleicht steckt ja doch ein Stück Wahrheit darin.

Mittlerweile ist all mein Schaffen was jegliche Form des Ausdrucks angeht, völlig isoliert von jeglichem menschlichen Kontakt zur Außenwelt. Die kaum vorhandenen Reaktionen oder Zeichen auf sozialen Medien, wobei ich über die existierenden sehr dankbar bin, sind nur ein kümmerlicher Schimmer meines Daseins in den Augen anderer, welches quasi kaum Gehör findet.

Wie eine Stimme, die einfach verhallt, zu Papier gebrachte Worte, die verbrannt werden…

Der Schöpfungsprozess des Schreibens ist sehr einsam, wenn dann die Erscheinung ebenfalls ohne Resonanz erfolgt, scheint die Abwärtspirale hin zur Verzweiflung perfekt.

Die Idee von der „Zungen und Prophetische Rede“ schließt die Bedeutung für Schöpfer und Zuhörer gleichermaßen ein.

Die Schöpfung existiert für den Künstler, wie auch für den Empfänger.

Ein schwer zu lösendes Dilemma wahrscheinlich!

Was aber kann getan werden um die Situation zu verbessern, ein Gleichgewicht herbei zu führen?

Wichtig dabei ist vor allem, einen Unterschied zwischen Erfolg oder Ablehnung zu machen, denn beides ist von Außen wenig beeinflussbar, zumindest auf dieser Stufe des Schaffens.

Vielmehr geht es darum sich darum zu bemühen, das eigene Werk umso mehr in die Welt zu tragen oder es wenigstens zu versuchen. Obwohl damit natürlich ein weiteres Dilemma entsteht, denn wenn keine Nachfrage nach dem eigenen Werk besteht, aufgrund von Misserfolg oder Desinteresse, wird auch ein erhoffter Kontakt nicht gerade einfacher.

An dieser Stelle komme ich immer wieder zurück auf meine Erfahrungen im Theater, welches eine perfekte Einheit von Schöpfer und Erscheinung darstellt.

Oder Lesungen, die gerade für Autoren eine gute Möglichkeit sind in die Öffentlichkeit zu treten, ihr geschriebenes Wort in die Welt zu tragen.

Falls eine Organisation allein zu schwer scheint, könnte die Verbindung mehrerer Autoren/innen oder mit Künstlergruppen ein weiterer Weg sein.

Die Verbindung von visuellen Elementen, Musik usw., was natürlich wieder in Richtung Aufführung o.ä. geht.

Das ist ja im Grunde eine der dem Spurenkreis und all seinen Verzweigungen zugrunde liegenden Ideen.

Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es dies war was mir durch den Kopf ging, nur, dass ein besonders intensives Gefühl der Distanz und Trennung zu den Menschen im Bezug auf mein Schaffen existiert.

Und ich bin mir gewiss, dass es vielen Künstlern & Menschen so geht.
Auf die Schöpfung selbst könnte es natürlich teilweise auch bezogen sein.

Obwohl ich ja nicht allein kreiere, d.h die Arbeit ja zusammen mit meiner kreativen Partnerin, Lektorin und Illustratorin, erfolgt, so gibt es hier doch auch isolierte Aspekte.

Zum einen durch die Distanz, denn zwischen uns liegen Kontinente, dann durch große Unterschiede in Auffassungen über Zusammenarbeit, Ästhetik etc.

Auch wenn man doch immer wieder auf einen gemeinsamen Nenner kommt, um ein Projekt zum Abschluss zu bringen, wie ein weiteres Kinderbuch in diesen Tagen.

Etwas zusammen zu vollenden, erscheint mir ebenso bedeutsam zu sein.
Auch das ist ein Gedanke hinter unserer Arbeit, wie z.B. dem Spurenkreis Verlag oder der Spurenpresse.

Wichtig ist nicht isoliert zu sein, sich sowohl in der Schöpfung selbst, als auch in allen Erscheinungen, nahe bei den Menschen zu sein.

RR, 26.06. & 08.12.2016

Über die Trennung zwischen Schöpfung und Betrachter…

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