Zum 3. Jahrestag des Tohoku — Erdbebens

Das Tohoku — Erdbeben in Japan hat sich in diesen Tagen, am 11.03.2014, das 3. Mal gejährt. Und ich möchte daran mit einem persönlichen Eintrag erinnern.

Obwohl ich zum Zeitpunkt des Bebens nicht in Japan, sondern auf einem geplanten Kurzbesuch, in meiner Heimatstadt, war, hat dieses Ereignis mich auf eigene Weise berührt und betroffen. Ja und es betrifft das Leben hier noch immer, tagtäglich. Auch wenn es den Menschen in der Hauptregion des Bebens, natürlich viel schlimmer ergangen ist und vor allem weiterhin ergeht.

Denn selbst nach 3 Jahren, leben viele Menschen noch immer in Notunterkünften und die radioaktive Strahlung, von der man hier in Japan nur sehr wenig berichtet, ist so akut gefährlich, wie seit dem Reaktorbruch, und besonders stark in der Erdbebenregion.

Seltsamerweise gibt es keinen unmittelbaren Eintrag vom Tag des Erdbebens.

Erst eine Woche später, war ich in der Lage etwas zu schreiben, zu schockiert und aufgebracht bin ich gewesen, zu sehr damit beschäftigt, mit meinen Leuten in Japan zu telefonieren, Erkundigungen einzuholen und die nächsten Tage und Wochen, wie in Apathie zu verbringen, ausgelaugt, sprachlos, zutiefst traurig und in Sorge.

Nur ein Schatten dessen natürlich, was in den Menschen der Gegend um Fukushima und in Japan vorgegangen ist und zweifelsohne auch nach wie vor beschäftigt. Denn wie die Wunden im Lande weiterhin erschreckend sichtbar; von der unwirklichen, brutalen Kraft des Bebens und Tsunamis, vom schlimmen Reaktorbruch im Kernkraftwerk bedrohlich unsichtbar sind, so bestehen die Wunden auch in den Menschen:

Kinder, die zu Vollwaisen geworden sind, Eltern die ihre Kinder vor den Augen verloren haben, zerrissene Familien. Junge Frauen, die auf ihre Ernährung achten, in der Hoffnung irgendwann einmal gesunde Kinder zur Welt bringen zu können. Menschen, die immer noch voller Angst und ratlos sind, selbst im weit entfernten Tokio, weil die Ungewissheit, angesichts der drohenden Radioaktivität, unglaublich groß ist und man sich größtenteils selbst überlassen ist. Allein mit der Entscheidung, die Herkunft der Lebensmittel zu überprüfen, Bauern deren Lebensgrundlage zerbrochen ist und die ohne Hilfe des Staates existieren müssen. Das Bild ist zu komplex, zu vielschichtig!

Noch immer wird intensiv daran erinnert, durch Konzerte, wie dem kleinen Konzert eines befreundeten Musikers, an das auch eine Diskussion geknüpft war, Dokumentationen, wie jener über Kinder die am Tag des Bebens geboren wurden oder eine Unicef Widmung, in Links aus dieser Zeit über die sozialen Netzwerke usw. In diesen Tagen ist das schlimme Ereignis allgegenwärtig! Noch immer ist es ein wichtiges Gesprächsthema und Bestandteil vieler Sorgen, wenn es um grundlegende Aspekte des Lebens geht.

Persönlich schwebt mir das Erdbeben weiterhin im Hinterkopf und jedes neue Beben bringt die Erinnerungen wieder hoch, denn eine gewisse Angst schwingt immer mit, in Furcht davor, dass es wieder geschieht oder das die Situation in Fukushima sich verschlimmert. Aber wie gesagt, dies ist wirklich nur ein Abglanz dessen, was die Menschen in der Region noch immer erdulden müssen.

Die radioaktive Katastrophe hat das Land unbewohnbar gemacht und erschwert das Leben ungemein, durch einen unsichtbaren Feind.

Am Ende bleibt nur die Hoffnung… Für die Menschen und auf Veränderungen, denn der unvermeidbare, natürliche Teil dieses Erdbebens, hätte, so schwer es sein mag,überwunden werden können! Leider scheint die Einsicht in den Köpfen der Menschen und den Verantwortlichen der Region und des Landes noch immer nicht wirklich zu dämmern. Gleich welches Argument man jedoch auch anbringt, ob nun Energieprobleme oder andere, wohl sicher richtige und wichtige Überlegungen, das angstvolle Gesicht des kleinen Mädchens, und alles was damit impliziert wird, scheint mir genug Grund zu sein, sich der Sache endlich anzunehmen und mit ganzer Kraft zu widmen! Um aller Menschen willen…



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Bilder

Die Bilder sind Privataufnahmen eines japanischen Freundes, der im Juli 2011 die Stadt Kesennuma, in der Präfektur Miyagi besuchte, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen. In seiner Nachricht an mich, schrieb er, dass der Tsunami bis in den 2. Stock der zu sehenden Gebäude reichte. Als wir letzte Woche noch einmal darüber sprachen, erklärte er mir, die Stadt sieht nach fast drei Jahren unverändert aus — einem Kriegsgebiet gleich.

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