Der Worte Bedeutung

Wenn man sich hinsetzt, um seine Gedanken in Worte zu formulieren und diese zu Papier bringt, muss man an ihren Sinn und ihre Bedeutung glauben. Sowohl für sich selbst, weil man sich etwas von der Seele schreiben muss, als auch für die Menschen, da man ihnen etwas mitteilen möchte.

Eine Art Sendungsbewusstsein oder Glaube daran ist also erforderlich! Ein Künstler kann ohne beide nichts schöpfen und in die Welt tragen. Aber auch als Mensch, sind diese von essentieller Bedeutung.

In diesen Tagen, da der Jahreswechsel vollzogen und so mancherlei Neujahrsgruss ansteht, ringe ich mit einem kleinen Dilemma, welches sicher jeden Menschen schon einmal beschäftigt hat.

Hier sind Gedanken, in Form von Wünschen zum neuen Jahr, womöglich an alte Freunde oder Bekannte, von denen man lange nichts gehört hat oder mit denen es keinen Dialog mehr gibt, Worte, die auf jeden Fall aufgeschrieben und verschickt werden wollen.

Aufgrund unterschiedlicher Dinge jedoch, besteht eine Angst oder Unsicherheit darüber, ob diese Worte nicht vergeblich sind, weil die Menschen, an die sie gerichtet werden sollen, keinen Dialog zu wünschen scheinen oder wenigstens der bittere Anschein existiert.

Und dies bedeutet für mich zum Jahresbeginn eine traurige Wahrheit, die mir irgendwie auf der Seele lastet, da ich doch an das Gespräch glaube, an Umkehr und Vergebung. Was ist ein besserer Zeitpunkt dafür als der Jahresbeginn?!

Es gibt Augenblicke, da ich einfach schreibe und veröffentliche, ohne irgend eine Form von Gewissheit, ob es Leser geben wird oder das Verfasste, einem Ruf ins Leere gleicht — wie auf diesen Seiten zum Beispiel. Doch hier ist dies völlig in Ordnung, auch wenn es sich im Wissen, dass diese Zeilen gelesen werden, natürlich leichter schreiben und publizieren lässt.

In persönlichen Beziehungen jedoch, im Zwischenmenschlichen, wird dieses Nichtwissen oder die bittere Gewissheit der möglichen Ablehnung, zur Qual, die das Niederschreiben beinahe unmöglich macht, was wiederum weiteren Kummer hervorruft, worüber ich ja bereits im Eintrag vor der Jahreswende sinniert habe.

Ein kleines Dilemma also…

In einer anderen Zeit, als ich noch unschuldig an das Gute im Menschen glaubte, das freundliche Miteinander, den Dialog, wäre mir dies leicht von der Hand gegangen. Das Leben in der Fremde jedoch, der Kontakt mit vielen Menschen aus anderen Kulturen, die andere Wege und Gedanken haben, hält mich die Ratlosigkeit immer öfter in ihrem Bann. Ich glaubte einmal über alles reden zu können, aber dies fällt mir mit jedem Jahr schwerer — was aber natürlich auch an mir selbst und meiner Natur liegt. Jeder nimmt die Dinge anders wahr, aufgrund der eigenen Geschichte, Kultur und Erfahrungen. Hier soll also keine Wertung vorgenommen werden. Die Dinge sind wie sie sind.

Bleibt mir also nur ein Glaubenssprung, die unschuldige Umkehr um diesem Dilemma zu entgehen und das Jahr befreit beginnen zu können. Nicht jedes Wort zum Jahresbeginn wird eine Antwort nach sich ziehen und dann heißt es sicherlich loszulassen. Aber oftmals bedeutet das Ausstrecken einer Hand auch einen Neuanfang oder ein sich in Erinnerung rufen und schlägt vielleicht eine neue Seite im Kapitel des Miteinanders auf.

Und das wünsche ich Ihnen unseren Lesern/innen, ebenfalls.

Die Umkehr von den düsteren Pfaden, Sprünge des Glaubens, etwas riskieren, ohne die Gewissheit auf ein positives Ergebnis, aber befreiend oder zumindest ein Stück Klarheit schaffend. Das finstere Schweigen hinter sich lassend und im Ausdruck der eigenen Gedanken und Empfindungen, Leben zu finden. Das stete Voranschreiten auf den eigenen Wegen, das Ringen um den Ausdruck und die Verwirklichung der eigenen Träume. Eben ein neues Jahr, mit aufgefrischtem Glück und tapferem, neu gefasstem Mut.

Und sei es bei einer so einfachen Sache, wie den hoffnungsvollen Grüßen zum Jahresbeginn, die einen Anfang darstellen können, auf dem oft so schwierigem Weg des Daseins…

Ihnen allen, ein GESEGNETES, GLÜCKLICHES, GESUNDES, INSPIRIERENDES NEUES JAHR 2015.


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