Unterwegs

Die Schmerzen der Tage, halten mich in ihrem Banne, fast gelähmt und starr, vergeht mein Dasein, wie ein krankes Tier, schleppe von einem Tag ich auf den anderen mich.

In der Abenddämmerung jedoch, die Stille suchend, treibt es mich in die Wälder, wenn meine Füße mich tragen können oder auf einem Gefährt, welches mich, schnell und in Windeseile, fort bringt.

Satt ist das Grün, die letzten Sonnenstrahlen scheinen durch das Dickicht, leise tönt der Wald, lässt mich, in meinen Gedanken sein.

Mache Rast auf einer Bank und verweile, herrlich ist das Schweigen, unverbunden kann ich endlich sein, unerreichbar und allein.

Fast höre ich die Stimmen von einst, als Verse dichtend, durch die Wälder ich strich, Ideen, Gedanken und Empfindungen, bereichern meine Existenz und machen mich lebendig!

So vieles liegt vor mir, so viele neue Pfade, muss nur loslaufen und mich vom Ballast dieser düsteren Tage befreien, der schwer auf meinen Schultern liegt und mich von innen heraus in Ketten legt, aber hier spüre ich es, greifbar und in Klarheit.

Da ich durch die Wälder streife, inne halte, den Blick auf neue Wege richte, an der Natur mich labe, Verse dichtend und den Weg vor mir sehe, den zu beschreiten ich hier bin.

Fast lasse ich das Leiden hinter mir, werfe es fort und richte mich auf, eine Melodie auf den Lippen, die von Freiheit und Hoffnung singt.

Anmerkungen

Diese Verse sind Teil des Buches “Eine kurze Krankengeschichte [Arbeitstitel]”, welches seit dem letzten Jahr entsteht und in der ich eine plötzliche Krankheit, die mich im letzten Jahr befallen hat, aufarbeite.” — R. Rehahn / im Sommer 2012


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