Heimatwald

Seit den Kindertagen liegt er dicht vor der Haustür, keine paar Schritte entfernt, stets erreichbar, einladend, wartend, still und majestätisch — eine Naturkathedrale.

Der Wald meiner Heimat.

Seine Erscheinung und Wege sind seit Jahrzehnten unverändert, hier und da mal überwuchert, jedoch beinahe Zeitlos, während die Welt drumherum immer näher an den Wald heranreicht und die Menschen sich weiter entwickeln, älter werden, doch das Grün ist ewig und es ist wunderbar auf diese Weise! Denn so ist er ein Ort der Beständigkeit, der Einkehr und Klarheit, gibt Raum für Gedanken, Gefühle oder einfach Stille.

Die Rückkehr nach einer langen Zeit der Abwesenheit ist eine Heimkehr, als wäre der Mensch selbst ein Baum, der für eine gewisse Zeit entwurzelt ist, sich dann jedoch wieder mit der Heimaterde verbindet und Wurzeln schlägt, um erneut, irgendwann in die Ferne zu entschwinden.

Die Spaziergänge, Erkundungen und Fahrten durch die Wälder sind ein essentieller Teil der Sommerzeit und Rückkehr in die Heimat.

Wenn ich meine Heimatstadt beschreibe, so erzähle ich oft, dass die Stadt in den Wald gebaut und umgeben von allerlei Grün, in Feldern, Wiesen und Wäldern ist — so lebt sie mir ständig in Geist und der  Erinnerung…

Auf diese Weise möchte ich sie wiederfinden, wenn ich aus der Ferne zurückkehre.

Das ist der Heimatwald.


Blick in die Baumkronen eines Stadtwaldes inmitten eines warmen Sommertages…

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